Die meisten Leute reisen im Sommer auf die Insel am Polarkreis. Kein Wunder: Mit endlosen Tagen, grüner Natur und erträglichen Temperaturen gehört Island seit einigen Jahren zu den Lieblingsdestinationen für Outdoorfreunde.

Dabei wissen längst nicht nur Kenner, daß Island auch im Winter einiges zu bieten hat. Hier nur ein paar meiner Favoriten…

Es ist irgendwie immer Sonnenauf- oder Untergang (wenn es nicht gerade dunkel ist)

Auch wenn die Tage kurz sind, heißt das nicht, daß es immer dunkel ist. Die Sonne macht nur einen sehr flachen Bogen am Horizont und dadurch geben sich Morgen- und Abendlicht quasi die Hand. Nicht nur für Fotografen ein Geschenk des Himmels (im wahrsten Sinne des Wortes!), denn so entstehen die besten Lichtstimmungen 🙂

Die See ist noch rauher

Die häufigen Winterstürme wühlen den Nordatlantik so richtig auf. Als wäre der nicht sowieso schon wild genug, ergeben sich im Winter umso imposantere Wellenberge. In Kombination mit oben genannten Lichtstimmungen ein Traum für’s Fotografenauge und eine Wohltat für Herz und Seele. Nur bitte nicht zu nah rangehen, denn die Wellen sind unberechenbar und können lebensgefährlich sein. Wirklich. Warnschilder sind immer ernst zu nehmen!

Das Gletschereis wirkt besonders verzaubert

Ob aus der Ferne oder ganz nah: Die Eisskulpturen, welche die Natur während mehrerer Jahrhunderte geformt hat, wirken nie schöner als bei klirrender Kälte.

Die Pferde sehen aus wie dicke kleine Eisbären

Die Pferde auf Island sind es gewohnt, das ganze Jahr draußen zu sein, und sind bestens darauf eingestellt. Im Herbst wächst ihnen daher ein dicker Pelz, der sie vor jeder Witterung schützt. Die Islandpferde sind fast immer gut drauf, ziehen auch bei Sturm und Schnee auf ihren riesigen Weiden umher und spielen sich gerne warm.

Ausreiten macht im Schnee noch mehr Spaß

Auf Island wird bevorzugt ausgeritten und zwar das ganze Jahr über. Die Menschen sind genauso wetterfest wie die Pferde und lassen sich durch kaum eine Witterung vom Reiten in der Natur abhalten. Aber seien wir ehrlich: Es gibt wenig, das einen Ausritt auf einem Gæðingur toppt, wenn die Sonne den frischgefallenen Schnee zum Glitzern bringt…

Autofahren ist ein Abenteuer

Wer gerne seine Fähigkeiten am Steuer auf die Probe stellt und sonst nicht genug Gelegenheit dazu hat, der wird im Winter auf Island seine Freude haben. Nicht nur, daß auch auf vielen der großen Verbindungsstraßen oft winterliche Bedingungen herrschen, sondern heftige Winde und Niederschläge aller Art tun ihr Übriges. Aber Vorsicht: Die Straßen sind kein Spielplatz, Sicherheit geht über alles!

Aktuelle Informationen zu Befahrbarkeit und Zustand der Straßen gibt’s auf road.is. Alles, was du über sicheres Reisen auf Island im Allgemeinen wissen mußt, findest du auf safetravel.is.

Die Nordlichter sind endlich sichtbar. Zumindest manchmal.

Nordlichter sind die Diven unter den Himmelsphänomenen. Nicht nur überirdisch schön und faszinierend, zeigen sie sich auch nur, wenn einige Faktoren zusammenkommen: Es müssen genügend starke Sonnenstürme vorhanden sein, und dann muß es dunkel und wolkenfrei sein. Die Nordlichtwahrscheinlichkeit läßt sich maximal 2-3 Tage vorher halbwegs vorhersagen.

Eine relativ genaue Vorhersage gibt es bei vedur.is.

Zu guter Letzt: Walkadaver stinken nicht meilenweit gegen den Wind, wenn sie gefroren sind

Wenn du das “Glück” hast, auf die Überreste eines großen Meeressäugers zu stoßen, dann sei froh, wenn es im Winter ist. Der Gestank eines solchen Fleischbergs ist andernfalls unerträglich. Die Knochen auf den Bildern gehören zu einem natürlich verendeten Pottwal, lagen zu dem Zeitpunkt schon ein paar Jahre da und waren immer noch nicht ganz “sauber”. Es braucht einfach seine Zeit, bis diese Massen von den Möven “verwertet” sind… ach ja, Anfassen ist auch im Winter nicht zu empfehlen!

Hast du etwas gelernt? Oder hast du etwas zu ergänzen? Wir freuen uns, wenn du deine Erfahrungen hier in den Kommentaren mit uns teilst.

Liebe Grüße,

Bearbeitet am 7. Februar 2019 · 750 Worte